04.02.2012 Selbsthilfegruppe

Treffen mit dem Weisen Ring Nordsachsen und der Opferhilfe

Gespräche mit den Verträtern der Opferhilfe Sachsen und vom Weisen Ring Nordsachsen


Nachdem am 30. November 2011 der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ seine Arbeit beendet hat, liegt nun der 60-seitige Abschlussbericht vor. Er enthält Empfehlungen zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt sowie Hilfen für Betroffene.
Diese sollen nun umgesetzt werden. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat sich deswegen am vergangenen Freitag mit elf Betroffenen-Initiativen zu einem ersten sogenannten Jour fixe getroffen. Dabei handelt es sich um einen festen wiederkehrenden Termin, von dem es etwa drei pro Jahr geben soll.

Bei jenen Treffen sollen die Betroffenen aktiv in den Umsetzungsprozess einbezogen werden. Auch die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau mit Gabriele Beyler (Vorstandvorsitzende) und Corinna Thalheim (Betroffene) als Vertreter der Missbrauchsopfer in DDR-Heimen wird sich in diesem Rahmen bis 2013 insbesondere für die zügige Umsetzung des Hilfesystems für Betroffene und dringende Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in DDR-Heimen einsetzen. Da bereits jetzt abzusehen ist, dass die Unterstützung für Betroffene nicht sofort zur Verfügung stehen wird, hat die Torgauer Gedenkstätte schon ein eigenes Hilfsangebot umgesetzt. In einer Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige von sexualisierter Gewalt in DDR-Heimen treffen sich seit Ende des vergangenen Jahres regelmäßig elf Missbrauchsopfer in der Einrichtung, um in Begleitung eines Traumatherapeuten eigene Erfahrungen und Erlebnisse aufzuarbeiten, sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.

Wegen des starken Interesses von Betroffenen, sich der Gruppe anzuschließen, wird sich in Kürze nach Angabe von Gabriele Beyler eine zweite Selbsthilfegruppe bilden. Zur Unterstützung hat sich die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof nun an den Weißen Ring gewandt, der als Mitglied des Runden Tisches sexueller Kindesmissbrauch mit der Problematik vertraut ist. In einem ersten Gespräch mit Volker Pfitzner, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden, und Sandra Bannert vom Verein Opferhilfe Sachsen wurden Probleme und Bedarfe der Betroffenen, die Arbeit der Selbsthilfegruppe und eine künftige Zusammenarbeit besprochen. Schon am kommenden Samstag werden Pfitzner und Bannert die Arbeit und Möglichkeiten des Weißen Rings und der Opferhilfe Sachsen in der Selbsthilfegruppe vorstellen und persönlich mit Betroffenen ins Gespräch kommen.