2018 Betroffeneninitiative

Ehemalige Heimkinder der Betroffeneninitiative »Missbrauch in DDR-Heimen« eröffnen am 5. Oktober 2018 am historischen Ort des DDR-Spezialheims Eilenburg eine Dauerausstellung

Torgau, 02.10.2018

Torgau - Ehemalige Heimkinder der Betroffeneninitiative »Missbrauch in DDR-Heimen« eröffnen am 5. Oktober 2018 am historischen Ort des DDR-Spezialheims Eilenburg eine Dauerausstellung

Die Betroffeneninitiative »Missbrauch in DDR-Heimen« ist bundesweit der einzige Opferverein ehemaliger DDR-Heimkinder mit Sitz in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Betroffene und Zeitzeugen engagieren sich für die Aufarbeitung und Aufklärung über das repressive Heimerziehungssystem der DDR. Hervorgegangen ist der Verein aus der Selbsthilfegruppe für Missbrauchsopfer in DDR-Heimen, die sich bereits seit 2011 einmal monatlich in der Gedenkstätte trifft.

Das ehemalige DDR-Spezialkinderheim „Ernst Schneller“ mit angeschlossenem Jugendwerkhof-Teil in Eilenburg war das größte Spezialheim zur Umerziehung von Kindern und Jugendlichen im Raum Leipzig. Es fungierte gleichzeitig als zentrales Aufnahmeheim des Ministeriums für Volksbildung.

Mit Unterstützung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie des Sächsischen Landtags ist in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau und dem St. Martin Hilfeverbund Eilenburg, dem Träger der heutigen Heimeinrichtung, eine Dauerausstellung entstanden. Diese am historischen Ort installierte Ausstellung soll dauerhaft über die verschiedenen Epochen des Heimes seit 1928 informieren und gleichzeitig an die Opfer repressiver Heimerziehung erinnern.

Mit der Anbringung zweier Informations- und Gedenktafeln am ehemaligen Pförtnerhäuschen ist hierzu bereits 2015 ein erster Schritt geschehen.

In einem von der Betroffeneninitiative mit Torgauer Schülern durchgeführten Projekt entstand zudem ein Dokumentarfilm, welcher die Geschichte des ehemaligen Spezialheims „Ernst-Schneller“ sowie Lebenswege von ehemaligen DDR-Heimkindern vor, im und nach dem Heim nachzeichnet. Erstellt wurde der Film auf Grundlage von historischen Dokumenten, Fotos sowie Zeitzeugeninterview und wird in der neuen Dauerausstellung zu sehen sein.